szmtag Autobahnbrücke verschieben: 107.7 Radio Hagen
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Autobahnbrücke verschieben

Mal eben eine Brücke verschieben....

Kraft und Präzision wurden am Mittwoch gleichermaßen gebraucht -
ach ja: und Planung. Die neue Autobahnbrücke über die Lenne soll
sechsstreifig werden. Die Brücke wird praktisch parallel zur bestehenden
Fahrbahn gebaut - damit der Verkehr weiter fließen kann.

Etwa gegen elf Uhr kam das OK von den Kontrolleuren. Das Monstrum mit
einer Länge von knapp 195 Metern, einem Gewicht von 5000 Tonnen soll
über zwölf Meter Abstand hin zur bestehenden Fahrbahn gezogen werden.
Mit Stahlseilen.

Projektleiter Michael Neumann führt die Pressemeute über die Baustelle
und zeigt die Hydraulikzylinder: Mehrere davon sind mit Stahlseilen an der Brücke befestigt.
Für Neumann ist so eine Aktion zwar interessant, aber nicht mal halb so spannend wie der vorhergegangene Abbruch der alten Brücke. Der Grund:
Beim Abbruch können ziemlich viele Sachen herunterfallen und Schaden
anrichten -- das ist nicht alles hundertprozentig planbar.
So eine fast 200 m lange Brücke zu ziehen ist dagegen sehr planbar.
Alles kommt darauf an, dass an den Stahlseilen gleichzeitig gezogen wird. Um das zu überwachen, sitzt Reinhold Gumina in seinem Baukabuff und überwacht die Monitore.

In etwa sieben Stunden sollen Hydraulik und Seile die Brücke an ihren
Standort gezogen haben. Falls was schief geht, drückt Gumina den
Ermergency-Knopf. Aber es geht nichts schief.

Das Verrückte ist: Man steht auf der Brücke, während es passiert, und
man merkt nichts. 5 000 Tonnen Stahlbeton setzen sich drei Millimeter in Bewegung: Puuh, das hat schon mal geklappt. Langsam und präzise zieht die Hydraulik weiter - rund zwei Meter die Stunde bewegt sich die Brücke.

Schon in ein paar Monaten soll die Brücke befahrbar sein. Die komplette Baustelle ist Ende des Jahres erledigt. Mit Kraft, Präzision und Planung.