szmtag Hasper Talsperre: 107.7 Radio Hagen
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Hasper Talsperre

Die Hasper Talsperre ist im Moment tiefer gelegt. Der Wasserspiegel liegt zehn Meter tiefer als normal. Der Grund: in ein paar Jahren soll sie wieder Trinkwasser für Hagen liefern - vorher sind aber ein paar Arbeiten nötig. Dazu gehören Untersuchungen an der Talsperre selbst - und der Bau eines Hochbehälters als Wasserspeicher. Ralf Schaepe hat sich die Baustelle mit der Sewag und mit Haspes Bezirksvorsteher Jochen Weber angesehen.

Das Wort „Hochbehälter" ist leicht irreführend. Das Bauwerk wird komplett in die Erde eingelassen; später sieht man nichts mehr davon. Über die Baustelle soll im Lauf der Jahre wieder Gras wachsen.
Die Baustelle ist ein paar hundert Meter unterhalb der Hasper Talsperre: ein abgeholzter Hang. „Sieht aus, als sollte hier Wein angebaut werden", flachst Sewag-Vorstand Rüdiger Bäumer mit Blick auf die Terassen, die der Bagger ins Gelände geschaufelt hat. Hier sollen demnächst 5000 Kubikmeter Wasser gespeichert werden, was dem Inhalt von rund 25 000 Badewannen entspricht.

Die Sewag versorgt Hagen unter anderem mit Wasser - und an dieser Stelle verbuddelt sie 5 Mio Euro. Warum? Aus zwei Gründen.
Grund Nummer eins: hier soll ein Anschluss an das Wassernetz der Nachbarfirma AVU realisiert werden. Auf diese Weise kann man sich im Problemfall gegenseitig mit Trinkwasser aushelfen.
Grund Nummer zwei: Die Hasper Talsperre soll ab 2012 wieder Trinkwasser liefern.
In beiden Fällen braucht man den Hochbehälter. Der ist eine Art Zwischenspeicher, mit dem man zu Spitzenverbrauchszeiten das Wassernetz zusätzlich beliefern kann. Wird weniger Wasser verbraucht, füllt man den Hochbehälter nebenbei wieder auf.

Die Talsperre selbst ist 2003 vom Netz getrennt worden; sie konnte die immer schärfer gewordenen Normen für Trinkwasser nicht erfüllen. Das hat in Haspe einen emotionalen Widerstand ausgelöst, den man sich besser erklären könnte, wenn dort statt Wasser purer Single Malt Whisky ins Netz geträufelt worden wäre.
Bei Bezirksvorsteher Jochen Weber liefen damals die Telefondrähte heiß; ein Teil der Anrufer war überzeugt, am Geschmack zu erkennen, dass die Plörre aus dem Klärwerk Hengstey von minderwertiger Qualität sei.

Die Wasseraufbereiter von der Sewag sehen die Sache nüchterner: Ihr Wasser ist so sauber, wie Trinkwasser nur sein kann. Und woher es kommt, ist am Geschmack einmal gar nicht zu erkennen.

Damit das Wasser aus der Talsperre wieder trinkbar wird, muss es aufwendig aufbereitet werden. Deswegen wird ab Mitte 2011 das Wasserwerk in Haspe saniert. Hochbehälter und Sanierung kosten zusammen 9,3 Mio Euro.
Für die Sewag macht das Sinn: Strategisch sei es nun mal günstiger, statt einer Trinkwasserquelle (Ruhr) zwei davon zu haben. Die Vernetzung mit dem AVU-Wasser kommt noch dazu.

Spaziergänger werden in den nächsten zweieinhalb bis drei Jahren also die Baustelle für den Hochbehälter beobachten können - und ansonsten tiefe Einblicke in die Talsperre erhalten.
Die liefert allerdings auch in Zukunft keinen Whisky. Dafür kann aber die landschaftliche Schönheit an und um die Sperre berauschend wirken.